Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

Prüfen Sie, welche Dachflächen sich grundsätzlich für Photovoltaik oder Solarthermie eignen und welche Ertrags- und Wirt­schaft­lich­keits­grö­ßen­ord­nung möglich ist.

So funktioniert der Solarrechner

Das Kataster wertet die Eigenschaften Ihrer Dachflächen aus. Sie sehen Eignung, Son­nen­ein­strah­lung und eine beispielhafte Anlagenbelegung. Das Ergebnis hilft Ihnen, die nächsten Schritte mit Beratung oder Fachbetrieb vorzubereiten.

  1. Solarpotenzialkarte mit farblicher Eignung der Dachflächen

    Gebäude auswählen

    Wählen Sie Ihr Gebäude auf der Karte oder über die Adresssuche. Die Karte zeigt, welche Dachteilflächen sich besonders eignen und wie viel Son­nen­ein­strah­lung vorhanden ist. Dachneigung, Ausrichtung und mögliche Verschattung fließen in die Bewertung ein.

  2. Modulplatzierer auf der Dachfläche

    Solaranlage planen

    Wünschen Sie Photovoltaik, Solarthermie oder beides? Machen Sie Angaben zu Ihrem Haushalt und ggf. zusätzlichen Verbrauchern. Mit einer beispielhaften Modulbelegung erhalten Sie ein Gefühl dafür, welche Anlagengröße auf Ihrem Dach möglich ist.

  3. Wirtschaftlichkeitsrechner mit Ertrag und Amortisation

    Wirt­schaft­lich­keit ermitteln

    Der Rechner zeigt Ihnen die Simulati­onser­geb­nisse zu Stromertrag, Eigenverbrauch und Autarkie. Demgegenüber steht die Darstellung der Kosten, Amortisation und Rendite. Nutzen Sie diese Orien­tie­rungs­werte im Gespräch mit Fachbetrieben vor Ort.

Vom Kataster zur eigenen Solaranlage

Eine gute Vorbereitung erleichtert die Umsetzung. Die nächsten Schritte sehen so aus:

  1. Solarpotenzial im Kataster prüfen

    Starten Sie hier: Das SPK zeigt, ob und wie gut sich Ihr Dach eignet und liefert erste Anhaltspunkte zu Anlagengröße, Ertrag und Wirt­schaft­lich­keit.

  2. Dachzustand, Statik und rechtliche Fragen klären

    Ihr Dach muss die Anlage über die gesamte Lebensdauer von mindestens 20 Jahren tragen. Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, sollte sie vor der Anla­genin­stallation erfolgen. Außerdem muss die Statik des Daches ausreichend gegeben sein. Am besten ziehen Sie schon hier eine unabhängige Beratung und einen Fachbetrieb hinzu. Ein kurzer Anruf beim Bauamt schützt zudem vor teuren Überraschungen, besonders in historischen Ortskernen: Steht Ihr Gebäude unter Denkmalschutz? Gilt für Ihr Grundstück eine Gestal­tungs­sat­zung mit Regeln zu Solaranlagen?

  3. Photovoltaik, Solarthermie oder beides?

    Photovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie unterstützt Warm­was­serbe­rei­tung und Heizung. Beide lassen sich kombinieren. Die Beantwortung diese Frage hängt von Ihren persönlichen Präferenzen, dem individuellen Strom- und Wärmeverbrauch, der Ausrichtung und Größe Ihres Dachs oder auch der Gebäudedämmung ab. Lassen Sie sich professionell beraten.

  4. Förderung prüfen und Finanzierung sichern

    Zusätzlich zur bundesweit einheitlichen Ein­speise­vergü­tung auf den von Ihrer Anlage erzeugten Strom existieren vielfach auch För­der­mög­lich­kei­ten auf Ebene der Länder und Kommunen. Hier empfiehlt es sich, Informationen von den entsprechenden für Sie zuständigen Stellen direkt einzuholen. Erkundigen Sie sich zudem bei Ihrer Hausbank über die verschiedenen Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten, auch in Kombination mit der KfW-Förderbank, und entscheiden Sie gemeinsam, welche Art der Finanzierung am besten auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

  5. Angebote von Fachbetrieben einholen

    Holen Sie mindestens zwei bis drei vergleichbare Angebote von Fachbetrieben ein und lassen Sie sich diese vor Ort erklären. Wichtig sind hier neben dem Preis u.a. der konkret angebotene Leistungsumfang, die Wahl der Komponenten sowie das Thema Gewährleistung. Eine unabhängige Beratung beim Vergleich der Angebote kann lohnenswert sein.

  6. Beauftragung, Umsetzung und Anmeldung

    Achten Sie bei der Leis­tungser­brin­gung auf die Ausführung, d.h. vergleichen Sie die Arbeitsschritte mit den vorher abgesprochen und im Angebot aufgeführten Arbeits­schrit­ten. Ziehen Sie bei Bedarf eine unabhängige Beratung oder erfahrene Nachbarn hinzu. Die Anmeldung beim Netzbetreiber und den Eintrag ins Markt­stammda­tenre­gis­ter übernimmt in der Regel der Installati­onsbe­trieb. Melden Sie darüber hinaus Ihre Solaranlage auch bei der Versicherung an.

Datengrundlage und Technik

Das Kataster basiert auf hochspeziali­sier­ten Laserscan- und Lie­gen­schaftsda­ten. Aus den Ober­flä­chenmo­del­len und Gebäudeumringen werden 3D-Modelle erzeugt, die detaillierte Rückschlüsse auf Größe, Neigung und Ausrichtung der jeweiligen Dachflächen zulassen. Zusätzlich werden Ein­strah­lungs­ver­lauf, Schattenwirkung und empfangene Solarstrahlung simuliert. Aus diesen Faktoren wird die Eignung bestimmt.

Häufige Fragen

Was zeigt mir das Solar­potenzial­kataster?

Das Kataster bewertet, welche Dachflächen grundsätzlich für eine Solaranlage geeignet sind. Es liefert, unter Berück­sichti­gung Ihrer gebäudespezifi­schen Angaben sowie Ihres individuellen Ver­brauchs­pro­fils Angaben etwa zu Anlagengröße, Stromertrag, Wirt­schaft­lich­keit und Autarkie. Zudem können Sie die Anlage auf Ihrem Dach selbst planen und die Module selbst platzieren. Das Ergebnis ist eine erste, gebäudespezifi­sche Orientierung. Es bildet den Ausgangspunkt, um mit Fachbetrieben ins Gespräch zu kommen.

Werden Dachaufbauten (z.B. Schornsteine) bei der Berechnung berücksichtigt?

Ja, die Qualität der Aussage des Solarpo­tenzialka­tas­ters hängt jedoch von den verfügbaren Laserscandaten ab. Je höher die Datenqualität ist, desto mehr Dachaufbauten werden in der Berechnung berücksichtigt. Gebäude, deren Datengrundlage keine Aussage über Dachaufbauten zulassen, sind gesondert gekennzeichnet. Da es sich um ein automatisiertes Verfahren handelt, sind Abweichungen von der realen Dachstruktur möglich. Oft lassen sich bestehende kleinere Aufbauten auf dem Dach aber so verändern, dass die Solarnutzung möglich wird.

Photovoltaik oder Solarthermie: Was ist der Unterschied?

Beide nutzen die Sonne, lösen aber unter­schiedli­che Aufgaben:

  • Photovoltaik erzeugt Strom: für Haushalt, Wärmepumpe, E-Auto oder Einspeisung

  • Solarthermie erzeugt Wärme: vor allem für Warmwasser und unterstützend für die Heizung

Viele Dächer eignen sich für beides, sodass sie sich kombinieren lassen. Solarthermie braucht dabei deutlich weniger Fläche.

Wie viel kostet eine Solaranlage?

Photovoltaik: Den größten Kostenanteil stellen die Investitionen in Anschaffung und Installation der Module dar. Derzeit kann mit einem durch­schnittli­chen Preis von ca. 1.500 Euro pro installiertem Kilowatt-Peak gerechnet werden. Auch die Betriebskosten für Wartung und Versicherung fallen zwangsläufig an und schlagen jährlich mit ca. 1-2 Prozent der Investiti­ons­kos­ten zu Buche. Die Kosten können je nach Gebäude, Anlage oder Region variieren.

Solarthermie: Die Investiti­ons­kos­ten hängen stark davon ab, welche Art des Kollektors gewählt wird und ob die Anlage nur der Warm­was­serbe­rei­tung oder auch der Raumwärme dienen soll. Flach­kol­lekto­ren kosten ca. 300 EUR/qm, Röh­ren­kol­lekto­ren ca. 600 EUR/qm, haben jedoch einen höheren Wirkungsgrad und benötigen somit weniger Platz. Hinzu kommen die Kosten für den Wasserspeicher und die Installation. Zuletzt sind auch die Kosten für die regelmäßige Wartung zu berücksichtigen, die mit ca. 80 Euro pro Jahr zu Buche schlagen.

Eignet sich auch ein Flachdach oder ein Ost-West-Dach?

Ja, in vielen Fällen. Süddächer sind oft die bekannteste Variante, aber längst nicht die einzige geeignete. Das Kataster bewertet Ausrichtung und Neigung Ihrer konkreten Flächen.

  • Flachdächer: mit aufgeständerten Modulen belegbar, flexible Ausrichtbarkeit

  • Ost-West-Dächer: gleichmäßigerer Ertrag über den Tag, dafür etwas weniger Spitze als reine Südausrichtung

Muss ich vorher mein Dach sanieren?

Eine Solaranlage wird für mindestens 20 Jahre errichtet. Ihr Dach muss während dieser Zeit stabil und sicher eingedeckt sein. Außerdem muss die Statik des Daches für die Installation einer Solaranlage ausreichend sein. Ist eine Dachsanierung in naher Zukunft abzusehen, sollte diese vor Errichtung der Solaranlage durchgeführt werden.

Benötige ich eine Baugenehmigung?

Nein, eine Baugenehmigung ist im Regelfall nicht erforderlich. Es muss lediglich geprüft werden, ob dem Vorhaben bau­ord­nungs­rechtli­che Aspekte, z.B. der Brandschutz, entgegenstehen. Diese Prüfung obliegt Ihnen, wird jedoch in den meisten Fällen an einen Fachbetrieb ausgelagert.

Brauche ich einen Batte­rie­spei­cher?

Nein, ohne Speicher speisen Sie überschüssigen Strom ins Netz und beziehen abends weiter vom Versorger. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch: Solarstrom bleibt länger im Haus nutzbar, auch abends und nachts.

Ob sich der Speicher rechnet, hängt vor allem von Ihrem Ver­brauchs­pro­fil, dem Strompreis und der Anlagengröße ab. Im Rechner können Sie Varianten mit und ohne Speicher gegeneinander stellen. Die Feinauslegung gehört zur Beratung bzw. zum Fachbetrieb.

Denkmalschutz: Geht Solar trotzdem?

Ja, aber nicht ohne Prüfung. Unter Denkmalschutz oder in sensiblen Ensembles brauchen Sie in der Regel eine denk­mal­pflegeri­sche Erlaubnis. Vorgaben können Lage, Farbe, Reflexion oder Sichtbarkeit der Module einschränken. Klären Sie dies früh bei der Unteren Denkmalbehörde bzw. dem Bauamt, bevor die Planung verbindlich wird.

Ersetzt das Kataster eine Vor-Ort-Beratung?

Nein, das Kataster liefert eine erste, gebäudebezogene Orientierung. Für verbindliche Aussagen zu Statik, Anlagenplanung oder Kosten ist die Konsultation eines Fachbetriebs vor Ort notwendig.

Nächster Schritt

Bereit für Ihr Solarpotenzial?

Starten Sie die Analyse für Ihr Gebäude und nutzen Sie das Ergebnis als Grundlage für Ihre weitere Planung.

Wohnhaus mit Photovoltaik auf dem Dach, typisches Solarpotenzial