Ist Ihr Dach für eine Begrünung geeignet?

Prüfen Sie, welche Dachflächen grundsätzlich für eine Begrünung in Frage kommen. Ein Gründach kann Regenwasser zurückhalten, die Dachhaut schützen und zur Klimaanpassung vor Ort beitragen.

Was ein Gründach für Gebäude und Quartier leisten kann

Begrünte Dächer entlasten bei Hitze und Starkregen. Das Kataster zeigt, wo sie als Klima­wande­lan­pas­sungs­maß­nahme geeignet sind.

  1. Extensiv begrüntes Dach mit Moos und Farnen an einem modernen Gebäude

    Eignung Ihres Dachs

    Dachneigung und Dachfläche fließen in die Bewertung ein. Besonders flache und flach geneigte Dächer mit großer Fläche kommen in Frage, sofern die Statik passt.

  2. Nasses Flachdach mit Dachaufsatz im Gegenlicht

    Regenrückhalt und Kühlung

    Ein Gründach speichert Niederschlag zwischen und gibt diesen zeitverzögert ab. Zudem tragen sie durch Was­ser­ver­duns­tung und Wärmeabsorption zu einer Reduzierung der Wärme­ent­wick­lung im Sommer bei.

  3. Begrünter Dachrand mit Moos und Farnen vor blauem Himmel

    Dachschutz und Dämmung

    Begrünte Dächer wirken als Wärme-/Kältepuffer und bieten so eine natürliche Wärmedämmung. Bepflanzung und Substrat schützen das Dach zudem vor Witterung.

  4. Nahaufnahme begrünten Bewuchses mit Schmetterlingen im Sonnenlicht

    Kosten und lokaler Nutzen

    Kosten, mögliche Förderung und eine Berück­sichti­gung bei der Abwassergebühr hängen von Gebäude, Planung und örtlichen Regeln ab. Das Quartier profitiert in jedem Fall.

Vom Kataster zum begrünten Dach

Eine gute Vorbereitung erleichtert die Umsetzung. Die nächsten Schritte sehen so aus:

  1. Gründach­potenzial im Kataster prüfen

    Starten Sie hier: Das GPK zeigt, ob und wie gut sich Ihr Dach für eine Begrünung eignet und liefert erste Anhaltspunkte zu Fläche und Regenrückhalt.

  2. Statik prüfen und Genehmi­gungs­pflicht klären

    Ihr Dach muss das zusätzliche Gewicht von Substrat und Bepflanzung dauerhaft tragen. Ob das möglich ist, prüft ein Statik- oder Fachbetrieb vor Ort. Zudem muss geklärt werden, ob eine baurechtliche Genehmigung erforderlich ist. Dies ist v.a. bei intensiv begrünten Dächern der Fall. Steht ohnehin eine Dachsanierung an, kann das ein günstiger Zeitpunkt für die Begrünung sein.

  3. Förderung prüfen und Finanzierung sichern

    Neben verschiedenen Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten (meist KfW-Kredite über die Hausbank oder spezielle Kreditprogramme der Hausbank; Förderung des BAFA) sollten Sie sich auch über spezielle kommunale Förderprogramme informieren. Viele Kommunen fördern Dachbegrünung oder berücksichtigen begrünte Flächen in der Gebührensatzung.

  4. Beratung vor Ort und die Wahl des Angebotes

    Extensiv- oder Inten­sivbe­grü­nung? Welches Substrat? Welche Aufbauhöhe? Kontaktieren Sie hierzu Fachfirmen aus dem Bereich des Garten- und Landschaftsbaus, die Erfahrung mit der Dachbegrünung haben und Sie kompetent vor Ort beraten. Holen Sie mehrere Angebote ein.

  5. Beauftragung und Umsetzung

    Achten Sie bei der Leis­tungser­brin­gung auf die Ausführung, d.h. vergleichen Sie die Arbeitsschritte mit den vorher abgesprochen und im Angebot aufgeführten Arbeits­schrit­ten. Ziehen Sie bei Bedarf eine unabhängige Beratung oder erfahrene Nachbarn hinzu. Informieren Sie die Stadt­ent­wässe­rung. Eine Dachbegrünung kann zu geringeren Abwas­serge­büh­ren führen. Melden Sie darüber hinaus Ihre Dachbegrünung auch bei der Versicherung an.

Datengrundlage und Technik

Das Kataster basiert auf hochspeziali­sier­ten Laserscan- und Lie­gen­schaftsda­ten. Aus den Ober­flä­chenmo­del­len und Gebäudeumringen werden 3D-Modelle erzeugt, die detaillierte Rückschlüsse auf Größe, Neigung und Ausrichtung der jeweiligen Dachflächen zulassen. Daraus wird die Eignung bestimmt.

Häufige Fragen

Was zeigt mir das Gründach­potenzial­kataster?

Das Kataster bewertet, welche Dachflächen grundsätzlich für eine Begrünung geeignet sind und liefert erste Anhaltspunkte zu begrünbarer Fläche und Regenrückhalt. In der Detailansicht erhalten Nutzer:innen weitere Angaben wie etwa zur empfohlenen Bepflanzung, den Kosten und der Dämmwirkung. Das Ergebnis ist eine erste, gebäudespezifi­sche Orientierung. Es bildet den Ausgangspunkt, um mit Fachbetrieben ins Gespräch zu kommen.

Extensiv oder intensiv: Was ist der Unterschied?

Extensive Begrünung arbeitet mit niedrig wachsenden Pflanzen wie Sedum und Kräutern, einem dünneren Aufbau und geringerem Pflegeaufwand. Intensive Begrünung ähnelt einem Dachgarten: sie braucht mehr Aufbauhöhe, mehr Tragreserven und mehr Pflege.

Trägt mein Dach die zusätzliche Last?

Wenn die Baupläne Ihres Gebäudes und die dazugehörigen Sta­tikun­terla­gen verfügbar sind, kann Ihnen ein Fachbetrieb relativ einfach und damit kostengünstig eine Antwort geben. Haben Sie keine Unterlagen mehr, lohnt eine Nachfrage beim Bauamt.

Macht eine Dachbegrünung mein Dach feucht oder undicht?

Nein, ein fachgerecht geplantes Gründach wird mit geeigneter Abdichtung, Wurzelschutz und sicherer Entwässerung errichtet.

Wie viel Pflege braucht ein Gründach?

Eine extensive Begrünung ist in der Regel pflegearm. Kontrollgänge für Dachabläufe und das Entfernen von unerwünschtem Bewuchs gehören dazu. Je intensiver das Dach begrünt ist, desto größer wird der Pflegeaufwand. Damit verhält es sich wie beim Garten.

Wie viel kostet ein Gründach?

Auf Flachdächern oder leicht geneigten Dächern ist eine extensive Dachbegrünung bereits ab 25 - 30 EUR/qm möglich. Bei Schrägdächern, die eine Schubsicherung benötigen, kann noch einmal derselbe Betrag hinzukommen. Nach oben sind bei intensiver Dachbegrünung keine Grenzen gesetzt, mit rund 75 EUR/qm kann bereits eine exklusive Dachbegrünung hergestellt werden.

Kann ich Garagen, Carports oder Schuppen begrünen?

Ja, auch kleinere Flächen kommen oft in Frage, sofern Tragfähigkeit, Abdichtung und Entwässerung passen. Ob eine Ausführung durch einen Fachbetrieb oder in Eigenleistung sinnvoll ist, hängt vom konkreten Dach und den Regelungen für kommunale Zuschüsse ab.

Kann ich Gründach und Photovoltaik kombinieren?

Ja, Dachbegrünung und Photovoltaik vertragen sich sehr gut. Die Dachbegrünung führt im Sommer zu einer Reduzierung der Temperatur auf dem Dach, damit hat die Photo­vol­taikanlage einen besseren Wirkungsgrad und somit höheren Ertrag. Weiterhin kann die Dachbegrünung auch als Beschwerung dienen, wenn bspw. eine Photo­vol­taikanlage aufgeständert wird.

Kann sich die Nie­der­schlags­was­serge­bühr verringern?

Ja, das hängt jedoch von der örtlichen Gebührensatzung ab. Viele Kommunen berücksichtigen begrünte Dächer bei der Berechnung.

Ersetzt das Kataster eine Vor-Ort-Beratung?

Nein, das Kataster liefert eine erste, gebäudebezogene Orientierung. Tragfähigkeit und Gründachaufbau müssen vor der Umsetzung fachlich geprüft werden.

Nächster Schritt

Bereit für Ihr Gründach­potenzial?

Prüfen Sie die grundsätzliche Eignung Ihres Dachs und informieren Sie sich anschließend über die nächsten Schritte.

Extensiv begrüntes Dach mit Moos und Farnen an einem modernen Gebäude